Erwischt!

25 06 2008

Ich sitze mit einer Kundin im Büro um ein Layout zu besprechen. Sie ist wie ich ca. Mitte 30 und eine recht schnuckelige. Es klingelt an der Tür und ein Stammkunde betritt das Büro. Er schaut uns an, grinst und fragt: “Wobei habe ich euch denn jetzt erwischt - ihr seht so verschwitzt aus!” :D





Zahlung bei Abholung

22 06 2008

So 3-4 Mal pro Jahr bestellt eine grössere Werbeagentur aus unserem Kreis beschriftete Textilien bei uns. Bisher wurde nicht eine Rechnung pünktlich bezahlt. Es bedarf immer einiger Anrufe bis das Geld dann nach Monaten bei uns eingeht. Meistens dann, wenn eine neue Bestellung ansteht…

Bei der letzten offenen Rechnung ging es um eine eher geringe Summe. Irgendwas mit €1xx,xx …
Als ich das vierte Mal anrief (Anrufe wirken eigentlich viel besser als eine schriftliche Mahnung), setzte ich eine Frist bis zum Nachmittag den Überweisungsbeleg zu faxen. Anderenfalls ginge die Angelegenheit zu unserem Rechtsanwalt. Die Antwort darauf fand ich schon sehr dreist: “Wegen einer solch geringen Summe geben Sie die Sache zum Anwalt?!” Ja - natürlich machen wir das. Wir liefern gute und schnelle Arbeit, also möchten wir auch pünktlich unser Geld. Weiter wies ich die gute Frau darauf hin, dass ich ihr Kundenkonto ab sofort auf “Zahlung bei Abholung” umgestellt habe.

Es vergingen einige Monate bis wieder eine Bestellung kam. Sie orderten für sich selbst, sowie für einen ihrer Kunden Textilien mit Firmenbeschriftung. Eine Bestellung folgte der nächsten, insgesamt für knapp €1700,– netto! Niemand fragte nach einem Preis, und die Bestellung wurde immer wieder um diverse Artikel erweitert. Wir fertigten nach ihren Wünschen, und als ich dort anrief um Bescheid zu geben, dass sie abgeholt werden könne, machte ich auch gleich darauf aufmerksam, dass bei Abholung auch direkt zu zahlen sei. Jetzt war Holland in Not! :D Die junge Frau meinte sie hätte nicht so viel Bargeld im Haus - kein Problem! Sie dürfen auch gerne einen Scheck mitbringen. Dies müsse sie erst abklären…
Nach einigen Minuten rief sie zurück. Wir sollten doch die Textilien für ihren Kunden direkt mit dem abrechnen und ihr ein paar Prozente einrechnen. Nein - so läuft es nicht. Wer die Musik bestellt der darf sie auch zahlen, zudem wir bei Neukunden eigentlich ausschliesslich gegen Vorkasse arbeiten.
Zähneknirschend schickte sie einen Fahrer mit einem passenden Scheck vorbei, der die Sachen abholte.

Ich rede hier von einer Agentur, die u.a. Fernsehwerbung realisiert! Die haben zig Mitarbeiter und residieren in einer chiquen Villa - alles vom Allerfeinsten! Die €1700,– dürften sie locker aus der Portokasse zahlen können. Warum schaffen die es nicht Kleinstrechnungen zeitnah anzuweisen und so die Lieferanten bei der Stange zu halten? Sollten wir den Kunden jetzt verloren haben dann sei es drum, denn auf solche Geschäftgebahren verzichten wir gerne!





E-Mail zurück holen

18 06 2008

Aufgeregter Anruf eines Kunden, dessen Webseite auf unserem Server liegt:

Kunde: Ich habe eben eine Mail verschickt. Die sollte so aber gar nicht raus. Können Sie die bitte mal eben zurück holen?

Pit: Wie zurück holen?

Kunde: Ja wenn der Empfänger die noch nicht abgerufen hat können Sie die doch noch löschen!

Pit: (unterdrückt das Lachen) Nein, Entschuldigung aber das ist nicht möglich. Wenn Sie die Mail verschickt haben ist sie ja bereits auf dem Mailserver des Empfängers. Da habe ich keinen Zugriff…

Kunde: Bei unserem alten Provider ging das aber…

WTF? :D





Telefonverkäufer

16 05 2008

Wenn man die Zeit zusammen rechnet, die wir im Monat mit Werbeanrufen verplempern, kommt da sicherlich eine beachtliche Stundenzahl zusammen. Es ist ja nicht nur der Anruf. Man konzentriert sich z.B. gerade auf eine Aufgabe und wird wegen dem Käse aus allen Gedanken gerissen…

Diese Anrufe nerven - das wird jeder kennen.
Mein Kollege erzählt immer lieb und nett, dass da momentan kein Interesse besteht und kriegt es irgendwie nicht hin einfach aufzulegen.
Ich hingegen bin da etwas anders. Da wird nicht lange gefackelt!

Anruferin: Guten Tag ich rufe im Namen der Deutschen Gesellschaft zum Schutz des Vermögens an.

Ich: Ah - das trifft sich sehr gut! Fangen sie doch direkt an unser Vermögen zu schützen, indem sie uns nicht mehr mit ihren Anrufen auf die Nerven gehen! *klick*

Ob das für die Anrufer frustrierend ist? Ich bin ja sicherlich nicht der Einzige der so reagiert. Mit egal - die hätten ja auch in der Schule besser aufpassen können und müssten dann jetzt nicht diesen wiederlichen Job machen.
Leider rufen auch Kunden ab und zu ohne Rufnumernübermittlung an, sonst würden wir diese Anrufe, die ja meist ohne Nummer erfolgen, schon längst ins Nirvana umgeleitet.





Kundenübergabe erfolgreich…

15 05 2008

Ihr kennt das sicher, mit manchen Kunden kommt man gut klar, mit anderen weniger gut…
Wir regeln es dann immer so, dass wir den Kunden übergeben und der jeweils andere Kollege schaut ob es besser klappt. Haben wir beide ein schlechtes Gefühl, oder möchten nicht gerne für ihn arbeiten “entlassen” wir den Kunden. Das kommt aber sehr selten vor.

Mein Kollege schob seit einigen Wochen den Termin mit einem Kunden hinaus, mit dem er weniger gut klar kommt. Aber für heute war ein Treffen angesetzt… Wir beschlossen kurzfristig, dass ich den Entwurf für seinen Werbeanhänger mit ihm umsetzen soll.

Der Kunde kam sehr gut vorbereitet und mit Skizzen seiner Ideen zu uns ins Büro. In akzeptabler Zeit hatten wir einen recht schönen Entwurf erstellt.
Dann sprach er mich auf unsere Werbung in einem Vereinsmagazin an. Er hätte gesehen, dass wir jetzt auch “Internet machen” würden. Er hat bisher eine Eigenbau(D@ta B€cker - Meine Homepage)seite im Netz, die im Firefox nicht richtig dargestellt wird. Ein kurzer Test ergab, dass sie eigentlich nur im IE so aussah wie sie aussehen sollte. Kurzum haben wir uns dann über den Umfang und die Kosten einer Neuerstellung incl. Hosting und Wartung unterhalten. Ich denke mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% haben wir einen neuen Internetkunden. :)
Ich komme mit ihm irgendwie ganz gut zurecht. :)





Luftballons

14 05 2008

Ein Kunde eröffnet am Samstag ein Bekleidungsgeschäft. Mein Kollege war heute da um letzte Änderungen zu besprechen, denn Freitag rücken wir an um die Schaufenster zu beschriften. Noch wärend mein Kollege auf dem Rückweg zum Büro ist (10 Minuten) ruft er an.

Ja - ich hier nochmal. Sie waren ja eben bei mir! Luftballons brauche ich! Rote und schwarze Luftballons!
Hallo Herr xyz, mein Kollege war bei Ihnen. Sie brauchen also Luftballons? Da würde ich mal bei der Ratio schauen, oder in der Metro.

Ja wie in der Metro? Ich brauche Luftballons! Rote und schwarze!
Ja Herr xyz, dass sagten sie bereits. Ich denke bei den beiden Grosshändlern werden sie da sicher fündig.

Ja haben sie denn sowas nicht? Sie müssten doch Luftballons und sowas im Regal haben. Ich dachte ich kann mir die mal eben abholen!
Luftballons? Warum sollten wir Luftballons vorrätig haben?

Ja ich bin doch sicher nicht der Einzige, der Werbung braucht weil er ein Geschäft eröffnet. Da wird doch sicher öfter nach gefragt.
So gesehen haben sie Recht, aber sie sind in der Tat der Erste der danach fragt. Besorgen können wir die sicherlich, aber ich glaube kaum so kurzfristig…





Der Admin ist der Mörder!

14 05 2008

Als wir vor einigen Wochen den Webauftritt eines Kunden neu gestaltet haben, zogen wir mit seinen Domains von einem Massenprovider auf unseren Server. Dadurch änderten sich die eMail-Einstellungen. Wir legten den Umzug so, dass die Sache über das Wochenende lief. Sie mussten also am darauf folgenden Montag nur die Einstellungen in ihrem Outlook erneuern. Ich machte mich auf das schlimmste gefasst, und sah zu, dass ich an dem Tag Zeit für das Telefon hatte. Bis auf eine Mitarbeiterin schafften es aber alle, die Einstellungen ohne unsere Hilfe zu ändern.
Nach einigen Tagen rief mich mein Kontakt dieser Firma an, er könne seine eMails nicht mehr mit seinem PDA lesen und verschicken. Da müsse ich das mal am Server aktivieren - das brauchen sie auf jeden Fall! Ich fragte ihn ob er die neuen Einstellungen auch ganz sicher richtig übernommen habe. Er habe es mehrfach überprüft - “das stimmt alles”! Wir glichen die Daten nochmal ab und tatsächlich stimmte alles. Das liegt an uns - vorher ging es ja auch, meine er…

Nun gut - ich muss zugeben, so ein PDA-Dings hatte ich bisher noch nie in der Hand. Vielleicht muss da ja wirklich irgendwas anders angegeben werden. Ein guter Freund von mir ist zufällig Admin bei einem grösseren Unternehmen und betreut dort u.a. die Mailserver. Ausserdem hat er selbst son PDA-Dings und dann wird er ja wissen ob da andere Angaben gemacht werden müssen…
Wir telefonierten, und er bestätigte, was ich mir bereits gedacht hatte. Der (oder das?) PDA stellt eine ganz normale Internetverbindung her und das Mailprogramm benutzt die gleichen Einstellungen wie sie z.B. auch in Outlook verwendet werden. Keine besonderen Ports - also alles wie immer…

Ich teilte meinem Kunden den Sachverhalt mit. Er wollte dann noch mal schauen.
Eine gute Woche hörte ich nichts, dann schrieb mir der Inhaber seiner Firma eine Mail - er habe das gleiche Problem…
Hmm - also wenn 2 Leute das gleiche Problem haben kann es vielleicht doch an uns liegen…

Ich telefonierte wieder mit besagtem Adminfreund, gab ihm die Daten für ein Test-Mailkonto und bat ihn diese zu testen. Der Test verlief erfolgreich. Empfangen sowie Senden funktionierten einwandfrei.

Heute Morgen hatte ich schon kurz nach Arbeitsbeginn ein Telefonat mit meinem Kontakt. Also das müsse ja an uns liegen. Er habe noch 3 weitere Mailkonten die er auch damit abrufen kann… wenn das jetzt nicht bald klappt müssen wir uns aber was einfallen lassen… ob der Providerwechsel denn der richtige Schritt gewesen wär… Das und noch mehr in nicht mehr ganz so nettem Ton… Ich erzählte ihm von dem Test mit meinem persönlichen Mailserveradmin. So einen Testzugang solle ich ihm doch auch mal einrichten - was tut man nicht alles für den Kunden? - ich richte den Zugang ein. ;) Nach ein paar Minuten war er wieder am Telefon. Der Testzugang funktioniert! Ich frage ihn ob er denn das Konto mal komplett neu eingestellt hat. Also das alte Konto löschen und über den Assistenten neu anlegen. Natürlich - mehrfach - das habe er doch bereits gesagt. Wir machten einen weiteren Test. Er bekam einen Mailzugang unter .com statt .de. Wenn das klappt könnte man ja eine Weiterleitung einrichten. Auch dieser Test klappte, und da ich die Lösung über die Weiterleitung nicht wirklich schön fand, bat ich ihn das Konto, der nicht wollenden Mailadresse, auch nochmals neu anzulegen. “Hmmm - ja da muss ich erstmal schauen wie ich das Löschen kann” (WTF???) Ich habe doch mehrfach gefragt ob das Konto mal komplett neu angelegt wurde?! Ja also er habe ja Server, Benutzernamen und Passwort geändert und mehrfach überprüft. Das wär ja auch nix anderes als es neu anzulegen.

Ich muss sicherlich erst gar nicht schreiben, dass das Konto danach einwandfrei funktionierte. :)
Bei seinem ehemaligen Massenprovider hätten die sich das sicherlich nicht angetan.
Und nein - es kam kein Danke, oder sorry ich war zu doof. Es kam lediglich ein Lachen und ach - das ist ja komisch, auf einmal geht es…

Nach einer solchen Geschichte denke ich immer voller Mitleid an die armen Supporter da draussen, die den ganzen Tag solche Vollpfosten am Telefon haben!

Bei diesem Kunden habe ich auch etwas gaaanz wichtiges gelernt. Wenn man es mal nicht vermeiden kann einen Kunden von zu Hause aus anzurufen - immer die Rufnummer unterdrücken! Es ist nicht so, dass ich nach Feierabend nicht erreichbar bin. Auf meinem Handy kann man es immer gerne versuchen, denn wenn ich mal ungestört sein möchte stelle ich es lautlos. Am Pfingstsonntag um 17 Uhr bin ich aber in keinem Fall wegen solcher Probleme über meine Privatnummer zu sprechen weil ein Kunde gerade Langeweile hat!
Glücklicherweise waren wir nicht zu Hause…!





zu teuer…

12 05 2008

Ein beliebter Spruch vieler unserer Kunden ist “Das ist zu teuer!”
Nun habe ich auch schon in anderen Betrieben gearbeitet, und weiss, dass wir eher günstige Preise haben. Vor allem liefern wir gute und qualifizierte Arbeit ab.
Einen Kunden habe ich aber besonders ins Herz geschlossen. Egal in welcher Tageszeitung, kostelosem Wochenblättchen, Vereinsheft, etc. man schaut - er hat dick und fett Werbeplätze gebucht. Wer sich damit mal beschäftigt hat, weiss welche Preise da aufgerufen werden. €35 (Superfreundschaftspreis) für die Gestaltung einer Anzeige sind ihm dann aber viiiiiel zu teuer. Da bekommt er nach eigener Aussage einen Herzanfall wenn er die Rechnung öffnet. Ich frage mich wer bei ihm die Rechungen für die Anzeigenflut öffnet… ;)





Deutsche Nationalmannschaft

12 05 2008

Das Telefon klingelt. Ich melde mich mit der üblichen Begrüssungsfloskel…

Guten Tag - hier $unbekannteKundin - meine Tochter spielt ja jetzt in der Deutschen Nationalmannschaft - verstehen Sie?
Ähm - ja - gratuliere. Was kann ich für sie tun?

Ja also bedrucken sie auch Trainingsanzüge?
Eigentlich schon, das kommt auf das Material an. Nicht jeder Stoff ist geeignet.

Ja also die der Deutschen Nationalmannschaft werden sich ja sicher als geeignet erweisen.
Hmm - also am Telefon kann ich dazu nicht viel sagen. Da müssten sie so nett sein und zu uns in den Laden kommen, denn um das zu beurteilen müsste ich ihn schon sehen. Was soll denn aufgedruckt werden?

Ja also auf dem Rücken soll “Deutsche Nationalmannschaft” stehen. Das stand da auch schon mal, ist aber beim Waschen abgefallen. Das sieht ja jetzt nicht gut aus! Und wenn der Trainer das sieht - das gibt dann ärger. In der Deutschen Nationalmannschaft nimmt man gerade das Auftreten der Sportler ja sehr ernst!
Ähh ja - wie ich sagte wird es das Beste sein wenn sie zu uns kommen. Dann können wir mal schauen was sich machen lässt.

Irgendwann wundert man sich ja über nichts mehr, so habe ich die Sache wieder schnell aus dem Kopf…

Am nächste Tag ruft die Gute erneut an, hat aber diesmal meinen Kollegen am Aparat. Auch ihm fällt der ungewöhnlich häufige Gebrauch von “Deutsche Nationamannschaft” auf. Sie vereinbaren für den Nachmittag einen Termin.
Als sie zu uns kommt wedelt sie mit dem Anzug. Also wie das denn wohl aussieht, wo ihre Tochter doch jetzt in der Deutschen Nationalmannschaft spielt. Und auf dem Rücken soll “Deutsche Nationalmannschaft” stehen. Der alte Druck ist eigentlich noch recht gut zu erkennen…
Gefühlte 300 “Deutsche Nationalmannschaft” später hat sie dann den Laden verlassen und wir haben den Anzug an der Backe. Irgendwann frage ich meinen Kollegen ob er denn wüsste um welche “Deutsche Nationalmannschaft” es sich handeln würde. Er grinste nur und schüttelte den Kopf. Anscheinend schien es ihn genauso brennend zu interessieren wie mich. :D

Wir reparierten die Beschriftung und ich rief bei der Kundin an um Bescheid zu geben, dass er fertig sei. “Meinen sie den Anzug meiner Tochter? Von der Deutschen Nationalmannschaft?” - Ja sicher du olle Schnacke wie viele Anzüge haste denn hier abgegeben? Ja, den der Deutschen Nationalmannschaft…

Bei der Abholung dann wieder bei jeder Gelegenheit “Deutsche Nationalmannschaft”…

Das Kind kann einem nur leid tun. Das ist sicher eine Mutter der Sorte: “Ich hab es damals nicht geschafft und dich knüppel ich zum Erfolg…” Stolz zu sein ist ja eine schöne Sache. Aber das war nur penetrant.
Wir wissen übrigens bis heute nicht in welchem Sport sie so erfolgreich ist. ;)





von Hand

12 05 2008

Ein älterer Kunde steht im Laden und schaut ganz erstaunt dem Schneideplotter bei der Arbeit zu.

Ich dachte immer sie schneiden die Folie mit der Hand aus!

Ja nee - is klar ;)
Früher wurde das allerdings wirklich so gemacht. Aber das würden wir computerverwöhnten Klickibunti-Werbetechniker im Leben nicht so hinbekommen… Leider, denn ich finde das “alte” Handwerk sehr schön, interessant und oft faszinierend!