Als wir vor einigen Wochen den Webauftritt eines Kunden neu gestaltet haben, zogen wir mit seinen Domains von einem Massenprovider auf unseren Server. Dadurch änderten sich die eMail-Einstellungen. Wir legten den Umzug so, dass die Sache über das Wochenende lief. Sie mussten also am darauf folgenden Montag nur die Einstellungen in ihrem Outlook erneuern. Ich machte mich auf das schlimmste gefasst, und sah zu, dass ich an dem Tag Zeit für das Telefon hatte. Bis auf eine Mitarbeiterin schafften es aber alle, die Einstellungen ohne unsere Hilfe zu ändern.
Nach einigen Tagen rief mich mein Kontakt dieser Firma an, er könne seine eMails nicht mehr mit seinem PDA lesen und verschicken. Da müsse ich das mal am Server aktivieren - das brauchen sie auf jeden Fall! Ich fragte ihn ob er die neuen Einstellungen auch ganz sicher richtig übernommen habe. Er habe es mehrfach überprüft - “das stimmt alles”! Wir glichen die Daten nochmal ab und tatsächlich stimmte alles. Das liegt an uns - vorher ging es ja auch, meine er…
Nun gut - ich muss zugeben, so ein PDA-Dings hatte ich bisher noch nie in der Hand. Vielleicht muss da ja wirklich irgendwas anders angegeben werden. Ein guter Freund von mir ist zufällig Admin bei einem grösseren Unternehmen und betreut dort u.a. die Mailserver. Ausserdem hat er selbst son PDA-Dings und dann wird er ja wissen ob da andere Angaben gemacht werden müssen…
Wir telefonierten, und er bestätigte, was ich mir bereits gedacht hatte. Der (oder das?) PDA stellt eine ganz normale Internetverbindung her und das Mailprogramm benutzt die gleichen Einstellungen wie sie z.B. auch in Outlook verwendet werden. Keine besonderen Ports - also alles wie immer…
Ich teilte meinem Kunden den Sachverhalt mit. Er wollte dann noch mal schauen.
Eine gute Woche hörte ich nichts, dann schrieb mir der Inhaber seiner Firma eine Mail - er habe das gleiche Problem…
Hmm - also wenn 2 Leute das gleiche Problem haben kann es vielleicht doch an uns liegen…
Ich telefonierte wieder mit besagtem Adminfreund, gab ihm die Daten für ein Test-Mailkonto und bat ihn diese zu testen. Der Test verlief erfolgreich. Empfangen sowie Senden funktionierten einwandfrei.
Heute Morgen hatte ich schon kurz nach Arbeitsbeginn ein Telefonat mit meinem Kontakt. Also das müsse ja an uns liegen. Er habe noch 3 weitere Mailkonten die er auch damit abrufen kann… wenn das jetzt nicht bald klappt müssen wir uns aber was einfallen lassen… ob der Providerwechsel denn der richtige Schritt gewesen wär… Das und noch mehr in nicht mehr ganz so nettem Ton… Ich erzählte ihm von dem Test mit meinem persönlichen Mailserveradmin. So einen Testzugang solle ich ihm doch auch mal einrichten - was tut man nicht alles für den Kunden? - ich richte den Zugang ein.
Nach ein paar Minuten war er wieder am Telefon. Der Testzugang funktioniert! Ich frage ihn ob er denn das Konto mal komplett neu eingestellt hat. Also das alte Konto löschen und über den Assistenten neu anlegen. Natürlich - mehrfach - das habe er doch bereits gesagt. Wir machten einen weiteren Test. Er bekam einen Mailzugang unter .com statt .de. Wenn das klappt könnte man ja eine Weiterleitung einrichten. Auch dieser Test klappte, und da ich die Lösung über die Weiterleitung nicht wirklich schön fand, bat ich ihn das Konto, der nicht wollenden Mailadresse, auch nochmals neu anzulegen. “Hmmm - ja da muss ich erstmal schauen wie ich das Löschen kann” (WTF???) Ich habe doch mehrfach gefragt ob das Konto mal komplett neu angelegt wurde?! Ja also er habe ja Server, Benutzernamen und Passwort geändert und mehrfach überprüft. Das wär ja auch nix anderes als es neu anzulegen.
Ich muss sicherlich erst gar nicht schreiben, dass das Konto danach einwandfrei funktionierte. 
Bei seinem ehemaligen Massenprovider hätten die sich das sicherlich nicht angetan.
Und nein - es kam kein Danke, oder sorry ich war zu doof. Es kam lediglich ein Lachen und ach - das ist ja komisch, auf einmal geht es…
Nach einer solchen Geschichte denke ich immer voller Mitleid an die armen Supporter da draussen, die den ganzen Tag solche Vollpfosten am Telefon haben!
Bei diesem Kunden habe ich auch etwas gaaanz wichtiges gelernt. Wenn man es mal nicht vermeiden kann einen Kunden von zu Hause aus anzurufen - immer die Rufnummer unterdrücken! Es ist nicht so, dass ich nach Feierabend nicht erreichbar bin. Auf meinem Handy kann man es immer gerne versuchen, denn wenn ich mal ungestört sein möchte stelle ich es lautlos. Am Pfingstsonntag um 17 Uhr bin ich aber in keinem Fall wegen solcher Probleme über meine Privatnummer zu sprechen weil ein Kunde gerade Langeweile hat!
Glücklicherweise waren wir nicht zu Hause…!
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